Kabinengeflüster XXIII, Peter II. wieder in der Erfolgsspur

20. März 2011

weise_gottfried„Das war mein letztes Spiel für Fortuna“, prophezeite ein total frustrierter Peter Wichmann gegen Ende der letzten Saison. Zum Glück war das nicht sein letztes Wort. Der blonde Mecklenburger nahm noch einmal den Kampf gegen Enttäuschung, Verunsicherung und anhaltende Torflaute nach einer Knieoperation auf. Jetzt hat der Hauptkommissar Peter II. seinen „eigenen Fall“ erfolgreich gelöst. Sein Doppelpack beim 4:1 in Weißensee war nicht nur für ihn wie ein Befreiungsschlag. Man hatte den Eindruck, alle um ihn herum im Fortuna-Lager freuten sich mit ihm.


 

Da war schon wieder etwas von der früheren Klasse zu sehen. Der schnelle Antritt, die Entschlossenheit vor dem Tor – wenn auch noch der eine oder andere Pass danebenging. Trainer Jürgen Hinz lobte dann auch seinen Angreifer: „Peter ist ein gutes Beispiel, wie man sich mit Energie und Ausdauer nach Verletzungspausen selbst aus dem Loch ziehen kann. Heute ist er dafür zu Recht belohnt worden.“ Offensichtlich kommt der Mann aus Loitz, einer Kleinstadt in der Nähe von Greifswald, in der richtigen Phase wieder in Schwung. Und mit 3 Saisontoren sollte bei ihm auch noch Luft nach oben sein.

Der 4:1-Auswärtserfolg der Fortuna in Weißensee könnte der wertvollste der Saison gewesen sein.  Ein zweiter Dämpfer in Folge (nach dem Pokaldesaster gegen Wittenau) hätte womöglich hinderliche Selbstzweifel aufkommen lassen. Doch das Trainer-Duo Hinz/ Schreiber ( Letzterer mit spontanem Aushilfsjob als unterforderter jedoch souveräner Mann an der Pfeife) stimmte die „Grünen“ so ein, dass sie das Negativ-Erlebnis weitgehend ausblenden konnten.

Trotzdem geriet Fortuna durch einen „Schnarcher“ im Zweikampfverhalten in  schnellen Rückstand. Mike Groß, der ballgewandte Techniker, der an guten Tagen auch schon Spiele entschieden hat, wurde nach seinem kurzen Aussetzer in der Kabine nicht verschont. Ulli Berger lieferte gestenreich die wohl comedianreifste Version: „ Mike, das war ja eine Einladung wie: Bitte links vorbei, rechts habe ich eine steife Hüfte.“ Mike nahm die Häme der Kollegen , das muß man ihm zu Gute halten, tapfer lächelnd hin und konterte mit Selbstironie: „Ich hatte den Etoò von Weißensee zu spät erkannt.“

Das 0:1 brachte die Fortuna jedoch nicht aus dem Rhythmus. Schon Minuten später konnte Andrè Weise mit sattem Schuß und seinem 6. Saisontreffer ausgleichen. Defensivorganisator Micha Schuth , in diesen Tagen stets für ein Tor gut, kippte das Spiel mit seinem 10. Saisontreffer: 2:1. Coach Jürgen Hinz, mit heller Pudelmütze angespannt an der Seitenlinie, hielt seine Defensivmänner mal lautstark, mal im vertraulichen Kammerton zurück: „Leute, mir ist ein 2:1 lieber als Hurrafußball.“

Der Boss hätte ein Lasso gebraucht, denn der brave und läuferisch total überforderte Gegner lud praktisch alle zum Mitstürmen ein. Nicht nur Micha Schuth setzte in der Offensive Zeichen, auch Jockel Rieck und Ulli Berger drängten nach vorn. Im Prinzip hatten alle Fortunen ( mit Ausnahme von Henry Rembach) ein halbes Dutzend Chancen auf dem Stiefel. Doch es ging im Kleinen wie beim großen FC  Barcelona zu: noch ein Pass und noch ein Pässchen – dann wurden die Räume für Renè Schickgram oder Torsten Schrumpf zu eng oder der starke Keeper von Weißensee bekam letztlich da noch eine Fußspitze und da noch einen „Fingernagel“ an das Kügelchen. Schließlich schoß Peter mit seinem ersten Doppelpack der Saison den Gastgeber ab – 3:1, 4:1. Völlig verdient, auch in dieser Höhe.

Als Jörg Müllex Müller plötzlich seine Jokerchance bekam, hatte er Mühe „Uhr, Goldkettchen und Piercing“ (O-Ton Sveni Küchler) rechtzeitig abzuwerfen. Doch Müllexverdient Schutz, denn er war vor und während des Spiels in „Geheimer Sache“ unterwegs.

In der Kabine herrschte eine gelöste Atmosphäre wie lange nicht. „Männer, genießt das. Eine geile Situation.“ Wie Capitano Jockel Rieck dachten auch die anderen. Presidente Dr. Gerhard Schreiber drohte schon einmal mit scherzhaftem Unterton: „ Wenn ihr den Titel noch vergeigt, dann könnt ihr eure Ausweise gleich abgeben und euch bei…anmelden.“

So weit will es kein Fortune kommen lassen; auch nicht Peter II. , der noch vor einem Jahr darüber nachdachte hinzuschmeißen, jetzt aber in die Erfolgsspur zurückgekehrt ist. Chapeau, Peter !

 

 

 

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