Kabinengeflüster XIII

1. April 2010

Bayern und Biesdorf – Großes Kino

Warum noch einmal Avatar gucken, den Film, der sich ausdauernd in den Kinos hält ?
 weise_gottfried

Großes Kino boten Dienstagabend in Georgs Fortuna-Casino die Bayern gegen ManU und davor am Grabensprung – zugegeben ein paar Stufen tiefer – Biesdorfs Kleinkünstler der Kategorie 40 plus. Wer hätte dem Team von Dr. Gerhard Schreiber nach dem 0:2-Dämpfer gegen die cleveren Jungs aus Weißensee ein 9:1-Schaulaufen gegen Grünau zugetraut ? Fortunas Chronist Micha Schuth glänzte bei der Ursachenforschung mit diesem Spruch des Tages: „Heute fanden die Bälle ihr Ziel, die gegen Weißensee noch in den Fangzäunen gelandet wären.“


Dabei brachten zwei relativ Neue Zug und Offensivpotential ins Spiel. Symptomatisch die Entstehung zum 1:0. Dirk Kamin zuerst mit Auge, dann mit Zuckerpässchen von der Grundlinie. Andrè Weise veredelte die kreative Vorarbeit mit seinem vierten Führungstor der Saison. Kamin fiel aber nicht nur als Impulsgeber auf, sondern auch als Torschütze. Als die Partie aus Fortunas Sicht Züge eines vorgezogenen Osterspaziergangs annahm, netzte Kamin zweimal ein. Eine geklonte Symbiose von Özil und Marin. Der andere „Newcomer“, Maik Groß (oder Mike?), wirbelte ebenso frühlingsputzmunter in der Offensive. Erst bedankte er sich für Jockel Riecks Einladung mit dem 2:0. Dann ignorierte er einfach mal die mit dem Arm fuchtelnden und (vermeintlich) besser postierten Kollegen. Sein hammerharter Ball aus rund 25 Metern senkte sich spektakulär in den Winkel. Gewollt ? Gekonnt ? Auf jeden Fall gewaltig und gewichtig, denn dieses 3:1 kurz vor der Pause fiel in Grünaus stärkste Aufmuckphase. Das Spiel war in die richtige Richtung gedreht. „Maik, kannst duschen gehen“, lästerten diejenigen, die ihm Momente zuvor wegen des Egotrips am liebsten „an die Gurgel“ wollten. Geschenkt. Gewonnen – auch an Respekt. Kamin und Groß sind gewinnbringende Optionen.

 
Genau so eine Konkurrenzsituation wünscht sich Jürgen Hinz. Der Co-Trainer, lange Jahre souveräner Abwehrchef mit natürlicher Autorität, ist überzeugt: „ Du brauchst eine starke Bank. Die auf dem Feld müssen den Druck von außen spüren. Keiner darf sich sicher fühlen. Nur dann kannst du vorn ernsthaft mitmischen.“ Die gestandenen Strategen kapieren diese Philosophie und lassen keine Luft ran – Capitano Jörg Rieck mit einem Superlob aus spitzem Winkel zum 5:1, Micha Schuth mit ganz cooler Action zum 7:1, Raimund Kluge mit starkem Defensivspiel, allerdings nach vorn mit nur einem „Hämmerchen“. Und da hat das Trainer-Duo Schreiber/Hinz noch einen Klassemann wie Heiko Schickgram in der Hinterhand, der mit 6 Toren in 8 Spielen der effizienteste Angreifer ist.
 
Bei der 9:1-Gala gegen Grünau durften alle unterschiedlich ran. Peter Wichmann begeisterte mit seiner Dynamik und seinen Saisontoren 5 und 6. Konkurrenten wie Torsten Schrumpf  (6 Treffer) oder Ulli Berger (5), die bei dem Torerausch diesmal leer ausgingen, sind jederzeit in der Lage das nächste Match zu entscheiden. Wie man in der Defensive ein Spielresultat, freilich ohne gegnerischen Druck, ordentlich und risikolos verwalten kann, zeigten Mario Gläß und Jörg Müller, wobei Müllex mit einem energischen Solo fast das erste Saisontor geglückt wäre. Wie ehrgeizig die Positionen innerhalb der Hierarchie verteidigt werden, zeigt ein Beispiel: Keeper Henry Rembach steckte noch der Jetlag von einem Neuseelandtrip in den Gliedern. Trotzdem wagte er sich dahin, wo es brutal heißt: Tor oder nicht Tor. Er hatte sich nichts vorzuwerfen – beim einzigen Gegentreffer war er machtlos. Es hätte aber auch anders kommen können. Auch darauf war Old-Henry professionell vorbereitet. In der Kabine zeigte er mir zwei Paar Handschuhe: „ Man weiß ja nie, wie es kommt. Ist der Belag stumpf oder feucht…“ Der gute „Ersatzkeeper“ Peter Wietgrefe hatte damit keine Probleme, sah es sportlich fair: „ Henry ist in dieser Truppe nun mal die Nummer 1. Das sehe ich locker…“
 
Locker-lustig ging es dann auch in der Kabine zu; logisch nach so einem Torefestival. Bis Schicki auf sein Handy-Display guckte und die Botschaft verkündete: „Bayern – ManU 0:1. Wayne Rooney…“ Im Pub von Georg
Czech erlebten dann Biesdorfs Dienstag-Helden die dramatische Wende.
Preußen feierte mit Bayern.
 
Ja, warum sich eigentlich noch einmal Avatar  reinziehen ? Biesdorf und Bayern, das war doch Großes Kino…

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