Kabinengeflüster I (Kolumne von Gottfried Weise)

5. November 2007

Schicki und seine guten Gene

weise_gottfriedWas wäre die Fortuna ohne Schicki ?

Auf jeden Fall würden ihr 7 Tore fehlen und ein unverwechselbarer Spieler vom Typ „Matchwinner“. Fast eine perfekte Präsentation lieferte Heiko Schickgram beim 3:1 gegen die kleine Hertha aus Zehlendorf ab. Zuerst bewies der 44jährige Offensiv-Allrounder Näschen und nickte zum 1:0 ein, danach verhalf er nach feinem Doppelpass Raimond Kluge zum Torerlebnis, schließlich sorgte Schicki mit einem präzise getimten Freistoß auf Michael Schuthi Schuth für die Entscheidung – 3:1.

 

Besser als Ze Roberto auf Luca Toni (der im Gegensatz zu Schuthi nicht traf), nicht schlechter als HSV-van der Vaart auf Reinhardt. Fortuna-Coach Dr. Gerhard Schreiber hatte zudem ein “goldenes Händchen”, indem er Schicki in der zweiten Hälfte dem Zugriff der Hertha entzog und „von hinten“ agieren ließ. Für derartige Wechselspielchen ist der taktisch gewiefte H. Schickgram der richtige Typ.

Woher kommt Schickis fußballerische Klasse ?

Er durchlief von 1978 bis 1986 die Schule vom BFC Dynamo, stürmte im Nachwuchsteam an der Seite von Falko Götz, kämpfte mit Wuschi Rohde, Olaf Seier in einer Mannschaft um einen Platz in der Ersten. Doch da türmte sich im Angriff eine Konkurrenz von lauter Nationalspielern auf: Riediger, Ernst, Netz. Trotzdem ließ Vater Schickgram nicht locker und kitzelte beim Sohn immer wieder den Ehrgeiz heraus: „ Er hatte über seinem Bett ein Poster mit der Nationalmannschaft. Da hab`ich immer zu ihm gesagt:`Da musst du hin, das muß dein Ziel sein.`…“ Das schaffte Schicki auch – zumindest im Nachwuchs-Bereich. 13 Spiele bestritt der talentierte Angreifer für die Juniorenauswahl der DDR. Im September 1981 kam er in Kuopio in Finnland zum Einsatz. Sein Führungstor aus der 50. Minute glichen die Gastgeber erst mit dem Abpfiff aus. Das Fachorgan fuwo urteilte:“ Mit Schickgram hat die Mannschaft an spielerischer Sicherheit gewonnen.“

Wer vererbte dem damals 17jährigen Teenie das Fußballerblut ?

Auf jeden Fall hat er gute Gene. Vater Schickgram, Jahrgang 1943, kickte in seinen Sturm-und Drangjahren bei Berolina Stralau. In dieser Zeit entdeckte ihn der damalige Juniorenauswahlcoach und spätere Kulttrainer Schwenne Schwenzfeier (1968 Pokalsieg mit Union gegen Jena) und berief ihn in die Junioren-Nationalmannschaft. „Für mich Kleenen von Berolina war det natürlich n`Riesending“, erinnert sich Vater Schickgram noch lebhaft an sein Debüt im polnischen Kielce. Die Aufstellung von damals hat er wie auf einer Festplatte gespeichert, jederzeit abrufbar: „Olle Fietz war dabei, Backhaus, Lisiewicz…Peter Ducke, Frenzel, Pankau waren die Vorgänger.“ Noch mehr schwärmt Papa Schickgram von einem Augusttag im Jahr 1960,

als sich in Leipzig vor 60 000 Zuschauern der neue und erste Europameister Sowjetunion präsentierte und 1:0 gewann: „ Wir Junioren durften das Vorspiel bestreiten, gegen eine Leipziger Auswahl. Mit sechs Toren konnten wir die Massen begeistern. Dann liefen die Großen auf, natürlich auch der Allergrößte – Keeper Lew Jaschin. Das war, wie man heute sagen würde, ein supergeiles Gefühl…“

Heute, so hatte ich am Freitag im Casino den Eindruck, kann sich Vater Schickgram noch genauso über einen „perfekten Tag“ vom Sohnemann freuen. Aber heute wie damals bleibt eine kleine Spitze nicht aus: „ Hätte noch bissel mehr loofen könn`…“ Schicki

überhörte es und lachte in der „dritten Halbzeit“ voll ab – als Fred Köntopf seinem berühmten Namensvetter Astaire alle Ehre machte und „halsbrecherische“ Tanzeinlagen hinlegte. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

An Typen mangelt es bei Fortuna also nicht. Doch auf einen wie Schicki, nebenbei Coach von Sparta Lichtenberg, verzichtet wohl jeder Trainer nur ungern…

gw

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